Innovative Projekte
Virtuelles Kraftwerk
Beim Virtuellen Kraftwerk der Saarbrücker Stadtwerke handelt es sich um einen Verbund aus vielen kleinen, dezentralen Anlagen zur Energieerzeugung. Darin eingesetzt sind alle Photovoltaik-Anlagen der Saarbrücker Stadtwerke und sämtliche von ihr gebauten oder mit ihrer Beteiligung errichteten Windkraft-Anlagen.
Biomasse-Nutzung
Wie kann das Potential von Brennstoffen aus organischem Material am wirtschaftlichsten genutzt werden? Das Ergebnis einer Untersuchung favorisiert mobile oder semimobile Anlagen, die Biogas dort erzeugen können, wo das organische Ausgangsmaterial verstärkt anfällt. Biogas, entsprechend aufbereitet, lässt sich ähnlich wie Erdgas als Kraftstoff im Verkehrsbereich nutzen.
Treibstoff Erdgas
Die kombinierte Nutzung von Diesel und Gas bei Bussen und die Verwendung von Erdgas bei Kleinwagen (Smart) sind Innovationen des VVS-Konzerns, die weltweit Beachtung fanden. Und das Thema Erdgas als saubere und günstige Treibstoffalternative ist noch nicht ausgereizt: Als Ergebnis der jüngsten Vorarbeiten im VVS-Konzern stellt Toyota eines der ersten Hybrid-Autos, bisher auf Benzin- und Elektrobasis angetrieben, auf Erdgas um.
Verkehr: Stadtbahn Saar entwickelt Diesel-Erdgas-Verfahren zur Senkung von Emissionswerte und Kraftstoffkosten
Mit 85 Erdgasbussen verfügt der Saarbrücker Verkehrsbetrieb SaarBahn&Bus über eine der größten Gasbusflotten Deutschlands. Dabei kommt komprimiertes Erdgas (CNG) zum Einsatz. Der Vorteil der Gasbusmotoren ist, dass sie abgasmäßig äußerst sauber sind und die vorgesehenen europäischen Abgasstandards des Jahres 2012, Euro-6, bereits heute erfüllen. Gasbusmotoren sind Ottomotoren, die gegenüber den üblichen Dieselmotoren im Omnibus einen um ca. 25% schlechteren Wirkungsgrad aufweisen, d.h. sie nutzen den Erdgaskraftstoff verfahrensbedingt schlechter aus. Deshalb haben sich die Ingenieure des Saarbrücker Verkehrsbetriebes die Aufgabe gestellt, preiswertes, sauberes Erdgas in der effizientesten Kraftmaschine – dem Dieselmotor – einzusetzen.
Kein Hersteller in Europa bietet derzeit einen Omnibus an, der Erdgas im Dieselmotor betreibt. Dies gilt auch für Nutzfahrzeuge und PKWs.
Bereits im Jahr 2004 stellten Saarbrücker Ingenieure des VVS-Konzerns eine Machbarkeitsstudie vor, in der 40% des Dieselverbrauches eines Omnibusses durch Erdgas ersetzt wurden.
Im November 2008 wurden neueste Ergebnisse präsentiert, die in Zusammenarbeit mit der Universität Kaiserslautern, dem TÜV-Saarland und der RMS-Fahrzeugtechnik aus Kössen/Tirol in vier Jahren erarbeitet wurden. Demnach können in einem Dieselbus 60% Erdgas und 40% Diesel gefahren werden. Mit diesem Gemisch reduzieren sich die Kraftstoffkosten z.B. bei einem Gelenkbus von 57 Euro/100 km für den reinen Dieselbetrieb auf 46 Euro/100 km für den Diesel-Gas-Mischbetrieb, da Erdgas ca. 1/3 preiswerter als Dieselkraftstoff ist. Das ist eine Ersparnis von 19,3%. Die Umbaukosten betragen ca. 15 T Euro, die sich bei einer jährlichen Laufleistung von 60.000 km bereits nach 28 Monaten amortisiert haben. Gleichzeitig zeigt ein umgebauter Euro-3 Dieselmotor verbesserte Abgaswerte.
Im Vergleich mit dem reinen Dieselmotor wurden folgende Schadstoffe gesenkt:
CO (Kohlenmonoxid): um 96,5%,
HC (Kohlenwasserstoff): um 68%,
Partikel (Ruß, Feinstaub etc.): um 44,7%,
CO2 (Kohlendioxid): um 10,4%.
Das Projekt wurde vom saarländischen Wirtschafts- und Wissenschaftsministerium finanziell gefördert. Minister Rippel zeigte sich erfreut über den Erfolg: „Ich freue mich, dass diese saarländische Innovation ihren positiven Abschluss gefunden hat. Das Diesel-Erdgas-Projekt zeigt, dass das Saarland auch im ÖPNV neue und zukunftsweisende Wege geht. Gerne hat das Ministerium für Wirtschaft und Wissenschaft das Projekt gefördert."
Auch das saarländische Umweltministerium hat sich bei dem Projekt engagiert. Minister Mörsdorf äußerte sich anlässlich der Pressekonferenz: „Mit deutlich reduzierten Abgasemissionen und einer um mehr als 10% reduzierten CO2-Abgabe erbringt der Diesel-Gas-Antrieb unübersehbare ökologische Vorteile. Erfreulicherweise kommt eine Betriebskostenreduzierung hinzu, die den Mehraufwand gut wett macht und einen ökonomischen Betrieb ermöglicht.“
Abschließend kündigte der Geschäftsführer des VVS-Konzerns, Herr Dr.-Ing. Dieter Attig an, einen Langzeitversuch über zwei Jahre mit 3 bis 5 umgebauten Bussen zu fahren, um die Dauerhaltbarkeit zu erproben und die Zuverlässigkeit zu verbessern.
Attig war mit den Ergebnissen der Studie sehr zufrieden. „Diese Innovation zeigt, dass die Saarbrücker Verkehrsbetriebe weiterhin auf einem guten Weg sind, ihren Ruf als innovatives und umweltorientiertes Unternehmen zu festigen.“
Weitere Informationen zum Diesel-Erdgas-Verfahren
Adresse
Hohenzollernstraße 104–106
66117 Saarbrücken
Tel.: 0681 587–0
Fax: 0681 587–2303
E-Mail:
http://www.vvs-konzern.de

