Daten
VVS-Konzern zieht Bilanz für 2010: Zielstrebige Umsetzung der Planungen im Geschäftsjahr 2010
Das vergangene Geschäftsjahr brachte die Gesellschaften des VVS-Konzerns, des Saarbrücker Stadtwerke-Konzerns, weiter voran auf dem Weg zur nachhaltigen Umstrukturierung des Unternehmens und der Entwicklung neuer Geschäftsfelder. Insbesondere der Wiedereinstieg in die Energieerzeugung, die Festigung regionaler Kooperationen und der Saarbahnausbau prägten die Ereignisse des Jahres 2010.
Wiedereinstieg in die Energieerzeugung nimmt Fahrt auf
Der im Jahr 2009 getroffenen Entscheidung zum Wiedereinstieg der Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft Saarbrücken mbH (VVS) in die Eigenenergieerzeugung folgten im letzten Geschäftsjahr mit dem Baubeginn des Gas- und Dampfturbinenkraftwerks im Saarbrücker Industriegebiet Süd und der drei Blockheizkraftwerke (BHKWs) auf dem Busbetriebshof der Saarbahn GmbH erste Schritte zur Umsetzung der Erzeugungsstrategie.
In der Zwischenzeit haben die drei BHKWs auf dem Busbetriebshof mit der Produktion von Strom und Wärme begonnen. Das Heizkraftwerk Süd nimmt voraussichtlich Ende 2011 seinen Betrieb auf.
Außerdem ist es Ende 2010 nach rund zweijährigen Verhandlungen zwischen VVS, Energie SaarLorLux AG (ESLL) und GDF SUEZ Energie Deutschland AG gelungen, einen Kooperationsvertrag abzuschließen. Wesentlicher Punkt hierbei war die Veräußerung des Heizkraftwerks Römerbrücke an die ESLL zum 30.6.2011. Die VVS ist durch ihre Beteiligung in Höhe von 49 % an der ESLL somit ertragswirksam unmittelbar an der Energieerzeugung im Kraftwerk Römerbrücke beteiligt.
Saarbrücker Energie-Anlage erfolgreich
Nach Ablauf der Zeichnungsfrist des von der VVS herausgegebenen Wertpapiers „Saarbrü-cker Energie-Anlage“ am 30.04.2011 beläuft sich das gezeichnete Volumen auf knapp 8,9 Mio. Euro. Etwa 460 Anleger, schwerpunktmäßig aus dem Großraum Saarbrücken, haben die Chance genutzt und mit dem Erwerb der Inhaberschuldverschreibung in ein Wertpapier mit attraktiver Rendite und in die Zukunft des Stadtwerke-Konzerns investiert. Die erzielten Mittel verwendet die VVS für Projekte zur umweltverträglichen und sicheren Energieerzeugung, so z. B. für den Bau von Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen und die Errichtung von Anlagen im Bereich der Erneuerbaren Energien
Festigung der Saarländischen Kooperation
Im Rahmen der Kooperation mit den Partnern VSE AG, Enovos Deutschland AG, Creos Deutschland GmbH und energis GmbH hat die Stadtwerke Saarbrücken AG (SWS) im Jahr 2010 mit den Bauarbeiten zur Errichtung einer gemeinsamen Netzleitstelle für den Versor-gungsbereich am SWS-Standort Hohenzollernstraße begonnen. Das gemeinsame Projekt dient der Hebung von Synergieeffekten und der Stärkung der regionalen Partnerschaft. Die technische Einrichtung wird noch in diesem Jahr offiziell in Betrieb genommen.
Die Netzdokumentation der SWS zog bereits im Mai 2010 an den VSE-Standort in der Heinrich-Böcking-Straße um.
Weiterhin beteiligte sich die SWS im April 2010 zu 39 % an dem von der Enovos Deutsch-land AG erworbenen Solarkraftwerk in der Gemeinde Ahorn im Main-Tauber-Kreis.
Saarbahn-Weiterbau
Innerhalb des Geschäftsjahres 2010 konnten die Arbeiten zum Saarbahn-Ausbau auf dem Abschnitt Walpershofen/Etzenhofen Richtung Heusweiler größtenteils abgeschlossen werden. Die Fertigstellung erfolgte in der ersten Jahreshälfte 2011, so dass nach Durchführung der notwendigen Abnahmen und der Streckenkundefahrten für das Fahrpersonal die Inbetriebnahme bis Heusweiler Markt am 30. Oktober 2011 stattfindet.
Nachdem die Bauarbeiten am Spitzeichtunnel in der ersten Jahreshälfte 2011 zeitweise ruhten, liegen die Sanierungsarbeiten nun wieder im Zeitplan, so dass eine Fertigstellung des Bauwerks für April 2012 vorgesehen ist.
Die Vorbereitungen zu den Sanierungsarbeiten am zweiten großen Bauwerk auf der Strecke zum geplanten Streckenende in Lebach-Jabach, dem Eiweiler Viadukt, begannen im November 2010. Die Arbeiten zur Restaurierung und Ertüchtigung des Bauwerks laufen seit dem Start im Januar 2011 planmäßig.
Ebenfalls im Plan sind die Bauarbeiten für die neue Bahnwerkstatt mit Abstellanlage in Saarbrücken-Brebach.
Konzernergebnis und Investitionen
Das Unternehmensergebnis des VVS-Konzerns weist einen Jahresfehlbetrag in Höhe von
3,1 Mio. € aus. Im Vorjahr lag er bei 81 T€. Unter Berücksichtigung der Entnahme aus der Gewinnrücklage i. H. v. 766 T€ ergibt sich eine Auswirkung auf das Konzerneigenkapital i. H. v. -2,3 Mio. €.
Das aktuelle Ergebnis ist durch die Übernahme der Verluste aus dem Verkehrsbereich in Höhe von -12,8 Mio. € und der Bäderbetriebsgesellschaft in Höhe von -1,5 Mio. € beeinflusst.
Die Investitionen (Anlagenzugänge) der VVS-Konzerngesellschaften haben im Jahr 2010 insgesamt 65,6 Mio. € (Vorjahr 35,6 Mio. €) betragen. Die Steigerung des Investitionsvolumens im Vergleich zu 2009 ist größtenteils auf die Projekte zur Eigenenergieerzeugung zurückzuführen.
Mitarbeiter
Zum 31.12.2010 waren in den Gesellschaften des VVS-Konzerns insgesamt 922 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, einschließlich 56 Auszubildende/Trainees, tätig. Die weiterhin steigende Anzahl an jungen Leuten, die innerhalb des VVS-Konzerns eine Ausbildung absolvieren, unterstreicht die Bedeutung der VVS-Unternehmen als attraktive Ausbildungsbetriebe in der Region.
Ausblick
Zur Stabilisierung der Ertragslage wird der VVS-Konzern seinen eingeschlagenen Weg weiterhin konsequent verfolgen. Nächste Schritte sind die Inbetriebnahme des Heizkraftwerks Süd und der Bau von insgesamt bis zu neun weiteren BHKWs am Standort Saarbrücken.
Sämtliche neuen Erzeugungsanlagen der VVS werden im umweltverträglichen Kraft-Wärme-Kopplungs-Betrieb (KWK) gefahren. Durch die neuen KWK-Anlagen sowie den Ausbau bei Windenergie-Anlagen soll es gelingen, dass Saarbrücken bis 2014 den Atomausstieg und bis zum Jahr 2050 den Umstieg auf Erneuerbare Energien schafft.
Durch die Inbetriebnahme der Saarbahn-Strecke bis zum Heusweiler Markt wird die Saarbahn GmbH neue Kundenkreise für sich erschließen können. Durch die Inbetriebnahme der Bahnwerkstatt in Brebach ist mit einer Verringerung der Instandhaltungskosten für die Saarbahn-Fahrzeuge zu rechnen.
Im täglichen Betrieb des Verkehrsunternehmens stehen weiterhin die Themen Anschlusssicherung, Pünktlichkeit und Sicherheit der Fahrgäste im Fokus der kommenden Jahre.
| Der VVS-Konzern | |||
| Einheit | 2010 | 2009 | |
| Bilanzsumme | Mio. Euro | 529,1 | 474,0 |
| Anlagevermögen | Mio. Euro | 460,1 | 424,6 |
| Umsatzerlöse | Mio. Euro | 163,3 | 160,7 |
| Investitionen (Anlagenzugänge) 1 |
Mio. Euro | 65,6 | 35,6 |
| Jahresergebnis | Mio. Euro | -3,1 | -0,1 |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | Mio. Euro | 21,4 | 13,8 |
| Eigenkapitalquote ² |
% | 28,5 | 26,1 |
| Mitarbeiter im Konzern ³ |
922 | 916 | |
| davon Auszubildende / Trainees | 56 | 52 | |
| - davon VVS mbH | 151 | 145 | |
| - davon Auszubildende / Trainees | 5 | 8 |
1) ohne Finanzanlagen
²) unter Berücksichtigung von jeweils 65 % des 'Sonderpostens für Investitionszuschüsse und der empfangenen Ertragszuschüsse
³) Darstellung im Konzern und in den Konzerngesellschaften nach Personenanzahl
Geschäftsbericht
Detaillierte Informationen zum Geschäftsjahr 2010 finden sie hier

